Wachtel Legedarmvorfall
Vorbeugung der Erkrankung
Falls die Wachtelhenne plötzlich etwas größere Eier legt, sollten die Alarmglocken läuten. Das Futter muss umgestellt werden, damit die Größe der Eier sich normalisiert. Die Futterzusammensetzung sollte mit 18 bis 20 % Rohprotein auskommen. Manche Hennen haben eine gewisse „Veranlagung“ für diese Erkrankung. Eine artgerechte Haltung, qualitativ hochwertiges Futter und wenig Stress können vorbeugend wirken.

Symptome der Erkrankung
Die Wachtelhenne sitzt teilnahmslos in ihrem Gehege. Zu diesem Bild passen die seitlich hängenden Flügel. Außerdem verweigert die Wachtel die Futteraufnahme. Ihr Schnabel ist geöffnet und sie „hechelt“ oder atmet stoßweise.

Krankheitsbild
Der Legedarmvorfall ist eine ernstzunehmende und lebensbedrohende Erkrankung. Auslöser ist meistens eine Legenot. Legenot bedeutet, dass die Henne Probleme hat, ihr Ei auf dem natürlichen Weg herauszudrücken. Das kann bei großen Eiern vorkommen. Das Ei steckt fest. Dieser Vorgang verursacht der Wachtel große Schmerzen. Durch ihre weiteren Bemühungen kann das Ei zusammen mit der Schleimhaut herausgedrückt werden. Der Schleimhautsack mit dem Ei hängt umgestülpt aus der Kloake. Die Legedarmschleimhaut ist geschwollen und dunkelrot.

Behandlung
Wenn das Verhalten der Wachtelhenne auf eine Legenot hinweißt, kann man kurzfristig Maßnahmen ergreifen. Vorsichtiges Abtasten der Henne bis die Lage des Eies gefühlt wird. Dann kann man durch leichte Massage das Drücken der Henne unterstützen. Eine Erleichterung bringt ebenfalls ein Einlauf mit Öl oder eine Spülung mit einem Desinfektionsmittel. Dieses sollte warm sein und vorher auch mit dem Tierarzt abgesprochen werden. Diese Hilfestellung muss vorsichtig erfolgen, da der kleine Vogel große Schmerzen hat. Hatte diese Maßnahme Erfolg und das Ei hat den Körper verlassen, ist möglicherweise ein Tierarztbesuch sinnvoll.

Ist der Legedarmvorfall bereits passiert, hilft nur noch ein rascher Tierarztbesuch. Die ausgestülpte Schleimhaut trocknet schnell aus. Um das Absterben der Haut zu verhindern, muss die Schleimhaut befeuchtet werden. Eine Kochsalzlösung ist dafür geeignet oder ein feuchtes warmes Tuch. Der Tierarzt kann das Ei und die abgestorbenen Hautbereiche entfernen. Der restliche Darm wird wieder an den richtigen Platz geschoben. Durch eine Naht wird ein weiterer Vorfall des Legedarmes verhindert.

Die Wachtelhenne ist bei einem Legedarmvorfall in großer Lebensgefahr. Je länger dieser zurückliegt, desto geringer sind die Chancen, dass die Wachtel überlebt. Außerdem hat das Tier extreme Schmerzen. Ist der Zeitpunkt des Ereignisses nicht sicher, sollte auf jeden Fall mit dem Tierarzt gesprochen werden. Durch die Rücksprache mit dem Tierarzt kann die Entscheidung für die Erlösung oder für die Behandlung getroffen werden.