Zwergwachteln halten

Zwergwachteln als beliebtes Haustier

Zwergwachteln gelten als die kleinsten Hühnervögel der Welt und stammen ursprünglich aus Asien. Sie zeichnen sich durch kräftige Läufe, die sich ideal zum Laufen und Scharren eignen, einen kleinen, spitzen Schnabel und runde, wenig fluggeeignete Flügel aus. Seit Anfang des 20. Jahrhunderts hat die Zwergwachtelhaltung ihren Weg nach Europa gefunden. Dort werden sie fast ausschließlich als Bodenbesatz in Volieren und Käfigen gehalten, da Zwergwachteln die von den fliegenden Bewohnern fallengelassene Nahrung aufnehmen. Nichtsdestotrotz ist eine abwechslungsreiche Ernährung auch für Zwergwachteln enorm wichtig, um ihr Leben, welches im Durchschnitt bis zu 6 Jahre dauert, gesund und munter zu gestalten.

Was es bei der Zwergwachtelhaltung zu beachten gilt

Wenn der Käfigboden für die Zwergwachtelhaltung eingerichtet wird, sollten immer genug Versteckplätze aufbereitet werden. Dafür können sowohl Häuschen als auch Grasbüschel oder ein Stück Korkrinde verwendet werden. Diese Verstecke dienen nicht nur dem Schutz, sondern verhindern auch, dass die Zwergwachteln vor Schreck hochspringen und sich am Kopf verletzen. Die Zwergwachtelhaltung ist mit fast jedem baumbewohnenden Vogel möglich. In den meisten Fällen werden sie mit Kanarienvögeln oder Sittichen vergesellschaftet, wobei sogar eine Haltung mit großen Papageien möglich ist. Ein Wachtelhahn kann jedoch teilweise aggressiv gegen die Bewohner von Oben reagieren, wenn das Weibchen gerade brütet. Diese Situation dreht sich, sobald die Jungtiere geschlüpft sind. Ab diesem Zeitpunkt wird die Henne zum Risiko, da sie sowohl mit ihrem spitzen Schnabel als auch mit kräftigen Fußtritten gefährlich werden kann. Auch wenn das für kleinere Vögel wie Zebrafinken ein Risiko sein könnte, sind diese meist aufgrund ihrer Geschwindigkeit schnell wieder in Sicherheit. Schlimme Eskalationen sind daher eher nicht zu erwarten, solange sich die Vögel aus dem Weg gehen können. Eine Vergesellschaftung mit größeren Vögeln wie den großen Wachtelarten und anderen Hühnervögeln ist jedoch keinesfalls ratsam.
Die Lautstärke kann bei der Zwergwachtelhaltung auch zum Thema werden, wobei nur der Ruf des Zwergwachtelhahns auffällt. Dieser ist jedoch bei weitem nicht so laut, dass es störend sein könnte. Zu beachten gilt jedoch immer, dass Zwergwachteln ihr Leben lang äußerst schreckhaft bleiben und daher vor Verletzungen geschützt werden müssen. Sie können einen 6 Meter hohen Sprung aus dem Stand erreichen, wenn ihre Flügel nicht beschnitten sind. Ansonsten sind es dennoch bis zu 50 cm, weshalb niedrige Volieren bis zu 1 Meter an der Decke mit Schaumgummi ausgekleidet werden sollten.

Die richtige Fütterung

Die hauptsächliche Ernährung sollte 18 bis 20 % Rohprotein beinhalten und als Alleinfutter für Wachteln deklariert sein. Die Pellets sollten ungefähr 2,5 bis 3,0 mm groß sein, damit sie gut aufgenommen werden können. Eine Futtermischung aus Schrot und Samen ist zwar auch möglich, jedoch werden von den Zwergwachteln dann nur einzelne Bestandteile herausgepickt, was die Aufnahme sehr unterschiedlich macht. Als zusätzliches Körnerfutter bieten sich Mischungen aus Maisschrot, Weizenschrot und Exotenfutter an. Die Zugabe von Grit ist bei der Zwergwachtelhaltung unbedingt erforderlich, da es bei der Zerkleinerung der Körner im Magen unterstützt und eine optimale Mineralienversorgung garantiert. Frisches Gemüse, Brennnessel, Löwenzahn, Salat, Gras, aber auch gekochte Kartoffel sollten ebenso regelmäßig angeboten werden, um die Vitaminzufuhr zu sichern. Obst kann teilweise auch angeboten werden, sollte jedoch aufgrund des hohen Fruchtzuckergehalts nur die Ausnahme sein. Zwergwachteln erfreuen sich auch an Insektenfutter in Form von Mehlwürmern, da diese besonders eiweißhaltig sind und daher die Eierproduktion anregen. Die Fütterungsmenge sollte sich jedoch auf maximal 5 - 10 Würmer pro Woche beschränken, da es zu einer Verfettung der Wachteln kommen kann.

Mögliche Erkrankungen von Zwergwachteln

Die Immunität von Zwergwachteln gegen einige der bekanntesten Geflügelkrankheiten wurde fälschlicherweise angenommen, obwohl gewisse Erkrankungen jederzeit auftreten können. Das Federrupfen und Federfressen taucht beispielsweise häufig als Zeichen für einen Mineralstoff- oder Kalziummangel auf, kann jedoch gut behandelt werden. Viele Zwergwachteln fressen die Federn aber leider auch aufgrund eines erlernten Verhaltens, weshalb eine Einschätzung manchmal schwierig ist. Bei Zwergwachteln kann es aufgrund von Bakterien auch zu Gleichgewichtsstörungen oder Lähmungen kommen. Die Purzelkrankheit, bei welcher die Wachtel nach einer Drehung zur Seite fällt, kann zudem auftauchen, wenn die Fütterung zu einseitig ist und ein Vitaminmangel entsteht. Es kann sogar zu Verkrampfungen ähnlich einer Epilepsie kommen. Wird in dieser Situation nicht umgehend Traubenzucker mit einem Multivitamin verabreicht, kann die Zwergwachtel binnen kürzester Zeit versterben. Die richtige Haltung, Fütterung und entsprechende Hygienemaßnahmen sorgen jedoch für eine problemlose Zwergwachtelhaltung.