Ganz grundsätzlich lässt sich sagen: Wachteleier schmecken weit würziger, intensiver, manche sagen „wilder“ als klassische Hühnereier. Natürlich hat das mit den Inhaltsstoffen zu tun, die wiederum auf die Ernährung der Wachtel zurückgehen. Ob es wirklich die feinen, unverwechselbaren Unterschiede zwischen den Eiern von wilden Wachteln und von jenen gibt, die in der Aufzucht gehalten werden, sei hier mal dahingestellt – häufig dient diese in der Regel nicht vorhandene Trennung nur der Begründung von Wilderei und brutalen Jagden, bei denen die Vögel und eben ihre Eier gerade in Asien nicht besonders nett behandelt werden. Bei den Chinesen wird auch Bären lebendig die Galle abgezapft und werden die letzten Tiger gejagt, nur weil dumme Mythen aus grauer Vorzeit hier eine besondere Heilwirkung und vor allem Stärkung mal wieder der Manneskraft versprechen.

Wie wird ein Wachtelei als kulinarische Delikatesse vorbereitet?

Klar lassen sich Wachteleier auch einfach die Pfanne hauen, braten und verspeisen, aber das wird dieser Feinkost nicht wirklich gerecht. Freilich ist die bei Eiern immer vorhandene Innenhaut hier etwas zäher als beim Huhn und die Schale wird mit einem Messer aufgeschlagen. Das Ei einfach aufschlagen funktioniert hier nicht, dafür ist die eigentliche Haut zu zäh. Werden die Wachteleier jedoch gekocht, dann lässt sich die Haut ganz simpel abziehen, also pellen und das geht genauso schnell wie bei anderen Eiern auch. Auch hat sich bewährt, die Eier natürlich abzuschrecken mit kaltem Wasser und dann auf einem härteren Untergrund wie einem Brett zu rollen bis dann die Schale von selbst anfängt zu brechen. Ein scharfes Messer zum Einritzen funktioniert ebenfalls.

Kochzeiten beachten: Wachteleier braucht man nur zwei Minuten zu kochen und wer harte Eier möchte zum Frühstück, der lässt sie vier Minuten im kochenden Wasser oder Wasserdampf. Wichtig ist wie schon erwähnt dann das Abschrecken für einen Moment und mit etwas Übung lässt sich von der Spitze her die zähe Eihaut in einem Zug abziehen.

Es lohnt sich an dieser Stelle ein Blick auf die Zusammensetzung. In Wachteleiern ist mehr Eigelb als Eiweiß vorhanden, wenn wir das mal mit einem Hühnerei vergleichen. So bringt ein Hühnerei in der Regel 59 Gramm auf die Waage, wobei dann die Schale mit 8 Gramm, das Eiweiß mit 33 Gramm und das Eigelb mit 18 Gramm bemessen wird. Demnach beträgt der Anteil des wertvollen Eigelbs etwa 30%. Wenn wir nun das Wachtelei zum Vergleich herannehmen, dann wiegt dieses weit weniger – in etwa 10 bis 14 Gramm, wobei die Schale gerade mal 2 Gramm beiträgt. Das Eiweiß ist nur 6 Gramm und das Eigelb hat den gleichen Wert – der Anteil ist also schon bei gut 43%!

Diese Zusammensetzung zeigt sich deutlich bei der Zubereitung von Spiegeleiern. Hier lässt sich das Eigelb beim Wachtelei sehr leicht trennen vom Eiweiß, was zum Beispiel für Leute interessant ist, die ohnehin nur den Dotter verzehren möchten. Die wertvollen Inhaltstoffe vom Eigelb sind dem Menschen schon sehr lange bekannt und häufig schmeckt das Eigelb einfach besser, so dass Wachteleier auch aus diesem Grund zur Delikatessen geworden sind.

Wo kann ich Wachteleier kaufen?

Wer nicht gerade Zugang hat zum Züchter von Wachteln – im Internet gibt es dazu entsprechende Angebote, die sich leicht recherchieren lassen – der findet die Wachteleier mittlerweile in fast jedem gut sortierten Supermarkt! Es ist zwar aufgrund des Preises kein echtes Massenprodukt, aber auch keine Delikatesse der oberen Zehntausend mehr. Weiter in Frage kommen Bioläden oder Geschäfte, die Wildfleisch und entsprechende Spezialitäten aus Wald und Wiese im Angebot haben. Selbst der Discounter um die Ecke führt die kleinen Köstlichkeiten, allerdings meistens nur saisonal, zum Beispiel vor und um die Osterfeiertage herum.

Noch mal ein Wort zum Züchter, der sich heute relativ leicht im Netz finden lässt. Immer sind Wachteleier möglichst aus der Region von Vorteil, weil wie schon angedeutet auch nicht jedes Angebot seriös ist – in China werden Wachteln oft unter erbärmlichen Bedingungen gehalten und um ihre Eier gebracht, die danach um die ganze Welt über längere Zeiträume verschifft werden. Dabei ist eine Unterbrechung der Kühlkette durchaus möglich, die Qualität oder gar Verträglichkeit leidet! Auch gilt bei solch kommerzieller Aufzucht die Devise: Schnell und ertragreich, was wir vergleichsweise von deutschen Legebatterien kennen, auch wenn die Wachtel auf diese Weise gehalten sofort eingehen würde. Im Bioladen gibt es aber auf jeden Fall die Möglichkeit, den Weg der Wachteleier nachzufragen und sich nach den Bedingungen bei der Zucht der Vögel zu erkundigen – ein wenig Verantwortung und Umsicht als Konsument ist beim Ei der Wachtel auf jeden Fall angebracht.

Wie werden Wachteleier gelagert und aufbewahrt?

Hier gibt es ein paar Besonderheiten. Einmal verdirbt das Ei der Wachtel vergleichsweise schnell, weil es so klein ist – Volumen hat hier Einfluss und es ist wichtig, das Haltbarkeitsdatum auf der Packung unbedingt einzuhalten. Auch sollten Wachteleier natürlich im Kühlschrank gelagert werden, das geht dort meistens bis zu sechs Wochen. Wird hingegen auf Lagerung im kühlen Keller gesetzt, dann reduziert sich die Lagerungszeit entsprechend, was unbedingt beachtet werden muss. Oft verwenden Spitzenköche und Feinschmecker das Wachtelei frisch, doch wir kommen in der Regel nicht in direkten Kontakt mit Züchtern, weshalb die korrekte Aufbewahrung wichtig ist.

Im Gegensatz zum Hühnerei sind die Eier der Wachtel wie schon mehrfach beschrieben aber nicht so anfällig auf Stöße und brechen daher kaum, auch beim Transport. Wer rohe Eier mag, der kann sie in einer Schüssel wie einen Snack servieren ohne Angst, dass die Schale schon vor dem Verzehr kaputt geht!

Rezepte mit Wachteleiern – Kulinarischer Hochgenuss für Zuhause

Zum Abschluss noch ein paar leckere Rezepte mit Wachteleiern, die sich problemlos kochen und zubereiten lassen. Die kleinen, feinen Delikatessen eignen sich wie beschrieben für eine Vielzahl von Gerichten und natürlich kann jeder hier auch die eigenen kulinarischen Fantasien probieren – der würzige, aromatische Geschmack und die optimale Eignung als Snack für zwischendurch erlauben unzählige Zubereitungen.

Wichtig ist die korrekte Zubereitungszeit – die Wachteleier sollen weder verbrennen noch sonstig beeinträchtigt werden! Grundsätzlich ist auch bei den Gewürzen Zurückhaltung geboten, schließlich hat das Ei der Wachtel bereit einen recht wilden, aromatischen Eigengeschmack und diesen zu erhalten erfordert bei den Rezepten unter Umständen etwas Übung. Klassische Eigerichte wie Omelett gehen immer, aber das Wachtelei hat eben immer auch die gefällige Optik, weshalb es zum Beispiel bei Salaten, Tatar oder eben als Spiegelei auf Toast zur Geltung kommen sollte

Kleiner Tipp aus Asien: Wachteleier kochen und danach schälen sowie in Sojasoße marinieren – ein Hochgenuss und Snack seit Jahrtausenden!

 

  1. Feldsalat mit Wild, Wachteleiern und Pilzen

Salat mit Fleisch vom Hirsch oder Reh, dazu Pilze wie Pfifferlinge und Wachteleier – das ist ein Hochgenuss der sich gerade auch kälteren Tagen als köstliches Gericht empfiehlt.

Das Rezept ist für vier Personen und lässt sich in 30 Minuten relativ leicht zubereiten.

Zutaten

1 Stück Wildfleisch, Hirsch oder Rehbraten

100 Gramm Pilze

1 Scheibe Toastbrot

Butter oder Margarine zum Braten

Salz / Pfeffer

150 Gramm Feldsalat

Zutaten für Dressing

2 Esslöffel Essig

1 Esslöffel Gemüsebrühe

1 Teelöffel Senf

3 Esslöffel Nussöl

4 Wachteleier

Zubereitung

  1. Das Fleisch mit Margarine oder Butter von beiden Seiten anbraten, danach würzen und in Alufolie wickeln
  2. Toastbrot zerbröseln und ebenfalls in der Butter zu Croutons braten
  3. Pilze putzen und schneiden, danach in Fett braten und würzen
  4. Salat waschen und schneiden
  5. Essig, Brühe, Salz, Pfeffer und den Senf zum Dressing zusammen mit dem Öl verrühren
  6. Fleisch in Scheiben schneiden und die Wachteleier zum Spiegelei braten
  7. Salat mit Dressing mixen und Croutons drüberstreuen, für vier Portionen anrichten
  8. Wachteleier, Pilze und Fleischscheiben zum Salat garnieren

 

  1. Champignons mit Wachteleiern

Pilze und Wachteleier sind immer für eine leckere Kombi geeignet und bei den Champignons kommt noch eine typische Note hinzu für ein ganz besonderes Aroma.

Das Gericht lässt sich in gerade einmal 20 Minuten sehr einfach zubereiten.

Zutaten

6 Wachteleier

eine kleine Kiste Champignons

Salz und Pfeffer

Zubereitung

  1. Champignons waschen und die Stiele entfernen
  2. Köpfe trocknen und mit Salz und Pfeffer würzen
  3. Champignons in eingefettete Auflaufform tun
  4. Wachteleier aufschlagen und über die Champignons geben
  5. Kräuterbutter darüber schmelzen
  6. Im vorgeheizten Backofen bei 175° C eine Viertelstunde backen

 

  1. Eierkuchen mit Wachteleiern und Blaubeeren

Süß und eine kleine Sünde, doch dank der Wachteleier auch keine echte Cholesterinbombe sind die Pfannkuchen mit Blaubeeren der perfekte Nachtisch oder eben als Snack zur Vesper gut geeignet.

Das Gericht ist sehr leicht und braucht in der Summe gerade einmal 15 Minuten.

Zutaten

150 Gramm Mehl

2 Esslöffel Zucker

0,5 Teelöffel Natron

1 Teelöffel Backpulver

Salz

250ml Milch

4 Wachteleier

0,5 Teelöffel Vanillezucker

500 Gramm Blaubeeren

Öl oder Butter als Fett

Zubereitung

  1. In einer Schüssel werden alle Zutaten verrührt
  2. Milch nachgießen und alle Beeren hineintun, kräftig mixen
  3. Pfanne mit Öl oder Butter bestreichen und pro Pfannkuchen zweimal Teig schöpfen
  4. Ist eine Seite der Eierkuchen golden gefärbt, dann bitte umdrehen
  5. Pfannkuchen aus der Pfanne entnehmen und auf Teller servieren