Ein mit Sicherheit entscheidender Aspekt für den Mythos des Wachteleis ist seine Gestalt. So kommt es bei dieser Köstlichkeit eben nicht auf die Größe an – das Ei der Wachtel ist etwa 5mal kleiner als ein klassisches Hühnerei! Dazu sind Hühnereier in der Regel eben einfarbig, entweder braun oder weißlich-cremig, während die kleinen, aber kräftigen Proteinspender gesprenkelt daherkommen. Mit im Schnitt etwa 10 Gramm Eigengewicht ist das Wachtelei wie geschaffen für einen Snack oder eben als Garnierung für köstliche Gerichte, doch dazu werden wir hier noch ausführlicher handeln.

Wachteleier sind aber keine simplen Kopien ihrer selbst. Jedes Ei ist individuell gefärbt, lediglich der cremefarbene Grundton, der häufig in helle Grüntöne übergeht, ist immer vorhanden. Dazu kommen die charakteristischen dunklen Flecken, häufig hellbraun oder auch schwarz, dabei stets in unterschiedlicher Größe und Ausprägung. Diese besondere Optik macht das Wachtelei zu einem Hingucker, beispielsweise als unkompliziert leckeres Fingerfood. Aber ein paar Unterschiede gibt es doch, schließlich dienen die Flecken der Tarnung und die fällt je nach Lebensraum der Wachteln sehr variantenreich aus:

  • Fehlende oder kaum sichtbare Sprenkel: Höchstens zwei oder drei Millimeter sind die Flecken hier groß, die zudem sehr dunkel ausfallen und es gibt sogar Eier, die fast völlig ohne Färbung auskommen,
  • Verwischte Sprenkel: Meistens ist die Färbung bräunlich, es gibt keine Kanten und Übergänge,
  • Voneinander abgegrenzte Sprenkel: In der Regel sehr dunkle Flecken sind hier voneinander abgegrenzt und diese Gestalt haben im Übrigen dann auch die meisten Wachteleier.

Tarnung und Schutz vor Nesträubern wie uns Menschen sind Sinn und Zweck dieser Färbung. Jede der drei genannten Varianten betreffen jedoch das gleiche Ei und der wilde, aromatische Geschmack ist bei allen Färbungen und Sprenkeln von Wachteleiern garantiert. Was man freilich getrost ignorieren kann sind die leider unter vielen älteren Leuten verbreiteten Mythen, nach denen wild eingesammelte Wachteleier besser sind als jene aus der Zucht. Bekanntlich haben solche Ansichten Tiere wie den Tiger, das Nashorn und in Europa verschiedene Rebhühner und vieles mehr ausgerottet! Ein umsichtiger Züchter gibt den Wachteln den erforderlichen Platz und Raum zum Wachsen und Gedeihen und solcherlei lässt sich mittlerweile dank aussagekräftiger Siegel ganz gut nachvollziehen.

Sind die Flecken und Farben für die Qualität entscheidend?

Nein. Der wilde, urwüchsig-aromatische Geschmack von Wachteleiern ist immer gleich, auch wenn es natürlich winzige Unterschiede geben kann, je nach beteiligter Wachtelart. Als Hühnervogel hat die Wachtel ebenso Variationen in ihrer Herkunft und Ausprägung, doch das ist in der Küche und auch in puncto gesundheitliche Vorteile zu vernachlässigen. Völliger Unsinn sind zudem Anmerkungen, die auf ein bestimmtes Muster als Ausweis von Qualität der Wachteleier eingehen – solche Mythen sind nichts anderes als die Leberschau in Antike, bei dem die Leber von Ochsen und Co durch Zauberer begutachtet wurden. Das Wachtelei färbt und fleckt sich aufgrund der jeweiligen Art und vor allem anhand der Umgebung, schließlich drohen im Wald andere Gefahren als auf der Wiese und entsprechend gefärbt sind die Eier dann zu finden.

Leider gibt es auch heute noch Geschäftemacher, die setzen genau auf diese Aspekte und meinen, eine mehr ins grünliche oder eben bräunliche reichende Schale zeigen einen besonders hohen Gehalt von Vitaminen und so weiter. So etwas ist purer Betrug! Verständlicherweise lassen sich Menschen davon beeindrucken, da die Muster auf Wachteleiern eben so ähnlich funktionieren wie Sternzeichen – eine endlose Kette an Aberglauben, der am Ende nicht selten zu Tierquälerei führt. Deshalb braucht man beim Kauf von Wachteleier deren Färbung nicht sonderlich zu beachten, außer es handelt sich um Zierrat, beispielsweise auf einer Party, wo die Eier dann eben die entsprechende Farbe haben können um aufzufallen.